Halbjahresergebnis − Bank Frick begegnet steigenden Kosten mit gesundem Wachstum
Bank Frick & Co. AG mit Sitz in Balzers, Liechtenstein, hat die gesteckten Planziele für das erste Halbjahr erfüllt. Für die ersten sechs Monate des Jahres kann sie einen Gewinn von CHF 2,7 Mio. ausweisen. Dies entspricht einem Plus von 26,9 % im Vergleich zum Halbjahresergebnis 2016. In allen strategischen Geschäftsbereichen verzeichnet die Bank gesundes Wachstum.
Den Zinsertrag steigerte Bank Frick um 17 % auf CHF 9 Mio. Dies hängt unter anderem mit dem strategischen Ausbau des Geschäfts mit Betriebsmittelfinanzierungen zusammen. Hier sind die Margen höher als im Hypothekargeschäft. Betriebsmittelfinanzierungen bietet Bank Frick schwerpunktmässig gemeinsam mit dem Partnerunternehmen Masterpayment AG an.
Den Zinsaufwand konnte die Bank auf CHF 2 Mio. senken. Dies entspricht einer Reduktion des Aufwandes um 14,8 %. Sie konnte die Zinsmargen erhöhen und ist weniger auf Refinanzierung angewiesen. Hintergründe dafür sind unter anderem langlaufende Hochzinszertifikate, welche in der Berichterstattungsperiode ausliefen.
Im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft erwirtschaftete das Finanzinstitut einen Nettoertrag von CHF 3,9 Mio. (+2,9 %). Die Erträge nahmen um CHF 0,9 Mio. ab. Dies ist unter anderem auf das Auslaufen von bislang im Vereinigten Königreich angebotenen Kreditmodellen zurückzuführen. Den Aufwand konnte Bank Frick ebenfalls deutlich um CHF 1 Mio. senken, sodass der Nettoertrag leicht höher ausfiel als in der Vergleichsperiode.
Deutliches Potenzial bei den Finanzgeschäften
Der Erfolg aus Finanzgeschäften nahm um die Hälfte auf CHF 0,8 Mio. ab. Das Ergebnis des ersten Halbjahres 2016 ist im Wesentlichen als Einzelerfolg zu sehen, welcher vornehmlich auf die damaligen Turbulenzen am Währungsmarkt zurückzuführen ist (Stichwort Brexit). Zusätzlich gab es im Finanzerfolg des ersten Halbjahres 2017 Einmalaufwände im Bereich der negativen Wertanpassungen auf Finanzanlagen, welche den Erfolg zusätzlich belasteten. «Grundsätzlich sehen wir im Bereich Finanzgeschäfte jedoch noch deutlich Potenzial», so CEO Edi Wögerer.
Der Geschäftsaufwand stieg trotz bedeutender Investitionen um lediglich 2,8 % auf CHF 8,7 Mio. Den Anstieg verursachten Mehrkosten beim Personal- und beim Sachaufwand.
Wachstumsmotoren: E-Geschäfte, Fonds und Emissionen
«Zusammengefasst kann gesagt werden, dass die klassischen Geschäftsfelder tendenziell eher stagnieren. Unsere Wachstumsmotoren sind E-Geschäfte sowie unser Geschäft mit Fonds und Emissionen», sagt Wögerer.
Der übrige ordentliche Ertrag liegt bei CHF 0,7 Mio. Dies entspricht den Erwartungen. Das ausserordentlich gute Ergebnis des ersten Halbjahres 2016 war auf zwei Sondereffekte zurückzuführen: die Veräusserung von Anteilen an Visa Europe sowie den Verkauf des Betriebsmittelfinanzierers Masterpayment AG an Net 1 UEPS Technologies, Inc. (Net1).
Rückstellungen für allgemeine Bankrisiken wurden im ersten Halbjahr 2017 nicht vorgenommen.
Auslaufen der LDF führt zu erwarteten Vermögensabflüssen
Die Bilanzsumme von Bank Frick beträgt CHF 990 Mio. Dies entspricht einer Abnahme um 9,2 % im Vergleich zum Jahresende 2016. Der Rückgang ist zu einem grossen Teil auf Abflüsse von Vermögenswerten im Rahmen der Liechtenstein Disclosure Facility (LDF) mit dem Vereinigten Königreich zurückzuführen. Die LDF ermöglichte es steuerpflichtigen Personen im Vereinigten Königreich, unversteuerte Vermögenswerte via Liechtenstein zu vorteilhaften Konditionen zu legalisieren. Das Programm lief Ende 2015 aus.
Die Hypothekarausleihungen hat Bank Frick in den vergangenen sechs Monaten auf CHF 108 Mio. (+22 %) ausgebaut. «Damit diversifizieren wir unser Geschäft strategiekonform in risikoärmeren Bereichen», so Edi Wögerer weiter.
Net1 beteiligt sich an Bank Frick
Strategisch legt Bank Frick ihren Fokus weiterhin auf digitalisierte Geschäftsmodelle, welche sie auch für und mit Drittunternehmen (Fintechs) entwickelt.
Eine enge strategische Partnerschaft ging Bank Frick im Jahr 2016 mit Net1 ein. Ende Januar 2017 konnte sie bekanntgeben, dass die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Net1 und Bank Frick nun in einer Beteiligung des internationalen Anbieters von Zahlungssystemen an der Bank mündet. Das Eigentümerkontrollverfahren der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein ist noch nicht abgeschlossen, die Zustimmung noch ausstehend.
Erstes Kryptowährungszertifikat
Im zweiten Quartal entwickelte Bank Frick das erste Kryptowährungszertifikat und hat es Ende Juni aufgelegt. Es handelt sich um eine Privatplatzierung. Mit diesem ersten Zertifikat testete Bank Frick unter realen Bedingungen alle internen Abläufe und die Stabilität der Schnittstellen. «Nun können wir qualifizierten Anlegern die Möglichkeit geben», erklärt Edi Wögerer, «sehr einfach an der Kursentwicklung von Kryptowährungen zu partizipieren.»
Bankgründer verstirbt
Am 27. Juni 2017 verstarb Kuno Frick sen. im Alter von 78 Jahren. Der Gründer von Bank Frick war geschwächt durch eine grosse Operation und kämpfte vergeblich gegen eine schwere Infektion. «Aus dem damaligen Jungunternehmen mit vier Angestellten von 1998 ist eine gesunde Bank mit 78 Mitarbeitenden geworden, welche das von Kuno Frick sen. geschaffene Werk auch in seinem Sinne weiterentwickeln», so Edi Wögerer: «unternehmerisch denken, kreativ handeln und immer offen für Neues sein.»
Risikoarme und nachhaltige Geschäftsbeziehungen
«Seit nunmehr über zwei Jahren setzen wir vermehrt auf risikoärmere Geschäftsbeziehungen. Vorhandene Risiken haben wir identifiziert und reduzieren diese gezielt», so Edi Wögerer. Die Massnahme betrifft insbesondere den Bereich Privatkundengeschäft. Zur Risikominimierung wird auch die deutlichere Fokussierung auf Kernmärkte und Kernkunden beitragen. «Die unterschiedlichen Finanzierungsprodukte und unsere E-Geschäftsmodelle erfordern fachspezifisches Know-how. Dieses ist bei uns im Haus vorhanden und trägt dazu bei, die innewohnenden Risiken richtig zu qualifizieren und zu quantifizieren.»
Verzichten auf opportunistische Erfolge
Im Bereich Kreditkartenacquiring und -issuing (MasterCard und Visa) arbeitet Bank Frick ausschliesslich mit Partnern mit nachhaltigen Geschäftsmodellen zusammen. Dadurch senkt das Finanzinstitut das Risiko auch in diesem Bereich.
Bank Frick verzichtet auf – vermeintlich – opportunistische finanzielle Erfolge, um strategisch die langfristigen Risiken zu senken und die Reputation der Bank gegenüber ihren Anspruchsgruppen weiter auszubauen.
«Das zweite Halbjahr gehen wir gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden angesichts der bisherigen Entwicklung und der erwartbaren Zahlen für das zweite Halbjahr mit grosser Zuversicht an», sagt Edi Wögerer abschliessend.
Über Bank Frick
Bank Frick ist eine familiengeführte liechtensteinische Bank mit Sitz in Balzers. Sie wurde 1998 von Kuno Frick sen. gegründet und wird vollständig von der Kuno Frick Familienstiftung kontrolliert.
Die Bank fokussiert sich auf private Kunden, Firmen- und Fondskunden, welche bei Bank Frick von spezialisierten Abteilungen betreut werden.
Bank Frick ist als einzige liechtensteinische Bank Inhaberin von Acquiring-Lizenzen von Visa und MasterCard.
Für qualifizierte Marktteilnehmer entwickelt Bank Frick massgeschneiderte Fonds und agiert als Verwahrstelle (Depotbank).
Die rund 70 Mitarbeitenden erwirtschafteten im Jahr 2016 einen Gewinn von CHF 3,2 Mio. und verwalteten Vermögen in Höhe von CHF 2,5 Mia. Die Bilanzsumme betrug per Ende Dezember 2016 CHF 1,1 Mia. Die Eigenmittel betragen CHF 85 Mio.
Bank Frick betreibt in London eine Niederlassung.
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